Spam Mails aus dem Auenland
So ziemlich jeder von euch dürfte in seinem Postfach schon die eine oder andere Spam Mail eines angeblich nigerianischen Exilanten gefunden haben, der bei seiner überstürzten Flucht aus seinem von Bürgerkrieg geplagten Heimatland ganz Berge an Gold, Diamanten, vergrabenen Schätzen und prall gefüllten Konten zurücklassen musste und nun eure, nein, DEINE Hilfe braucht, sich Zugang zu diesen sagenhaften, zurückgelassenen Reichtümern zu verschaffen. Namen, Titel (Prinz, reicher Unternehmer, Professor…) und Fluchtland können variieren, der Kern der Mails bleibt aber immer derselbe – eine blumige Selbstvorstellung des Bittstellers und Schilderung seiner unglücklichen Flucht aus dem Paradies, gefolgt von dem Versprechen einer großzügigen Belohnung, wenn, ja wenn man ihm nur durch einen vergleichsweise geringen Vorschuss finanziell unter die Arme greifen würde, um sich Zugang zu den geschilderten Schätzen zu verfassen.
Dieses Betrugsschema ist unter anderem unter den Namen “Nigeria eMail Scam” oder “419 Scam” bekannt. Wer sich für das Thema interessiert, findet in der englischsprachigen Wikipedia einen guten, sehr langen und aufwendig aufbereiteten Einstieg in die verschiedenen Anwendungen dieses Betrugskonzeptes.
An die oben erwähnten blumigen und langatmigen Selbstvorstellungen fühlte sich ein amerikanischer Blogger erinnert, als er wieder einmal den kleinen Hobbit zur Hand nahm und anfing, darin zu lesen. Recht weit am Anfang des Buches wird der Hobbit Bilbo Beutlin von einer Gruppe Zwerge besucht, die ihn überzeugen möchten, sich ihrer Reisegruppe anzuschließen. Zum Anfang des Gesprächs stellen sie sich imposant vor und versprechen ihm anschließend unermeßliche Reichtümer. Die Ähnlichkeit mit den 419 Spam Mails war geradezu verblüffend, also setzte sich der Blogger hin und verfasste, ganz nach dem Stil des Buch, einen 419 Betrügerbrief, wie ihn vielleicht einer dieser Zwerge aufsetzen würde.
Hier ein kurzer Ausschnitt dieser geistreichen und witzigen Vermengung weltbekannter Fantasyliteratur und alltäglicher Spam Mails:
Dear MR BAGGINS, Fellow Conspirator,
I am Thorin Oakenshield, descendant of Thrain the Old and grandson of Thror who was King under the Mountain. I am writing you to discuss our plans, our ways, means, policy and devices for rescuing our treasure from the dragon Smaug.
[...]
In view of this, I received your contact through a friend and counselor, an ingenious wizard, who noted you as a Burglar who wants a good job, plenty of Excitement and reasonable Reward. And I and my twelve companions have agreed to give you 10% of the total gold and jewels that the dragon Smaug now rests upon if you can join us on our long journey. When you have agreed please tell us the place where you dwell and send one hundred pence so that we might travel to you.
[...]
Den Rest könnt ihr auf der verlinkten Seite nachlesen.
[ Hobbit 419 ]
[ Zuerst gesehen auf BoingBoing ]















